Kulturelle Vielfalt im Klassenraum

2.5. - 4.5.2016

Während ihrer Projektwoche zum Thema „Miteinander – Füreinander“ lernten 18 Schüler*innen der Paul Lincke Grundschule in Berlin Prenzlauer Berg das Projekt KulTourMobil kennen. Der Bildungskoffer „Vielfalt der Kulturen“ diente als Grundlage für eine spannende, vielseitige Woche.  

In den Räumen des Projektes BERLIN interkulturell KulTourMobil lernten die Schüler*innen miteinander, wie sie und Menschen unterschiedlicher Kulturen füreinander da sein können. Bei Spiel und Spaß erfuhren sie, was „Kultur“ und „Heimat“ bedeuten können, wie Menschen in anderen Ländern leben, was Vorurteile sind und wie sich unsere Kultur ständig verändert. Sie puzzelten Kontinente, tauschten sich über ihre Erfahrungen mit fremden Ländern und deren Sitten aus und lernten Kulturschätze aus aller Welt kennen. Unter anderem entwickelten sie Plakate zu Ländern wie Kenia, Russland und Afghanistan und stellten diese der Gruppe vor. Das Rollenspiel "Die kulturelle Brille", das von einem fiktiven Volk berichtet, machte den Schüler*innen deutlich, wie unterschiedlich Menschen in anderen Kulturen leben können und wie alltäglich Vorurteile und Geschlechterrollen auch hier in Deutschland sind. Außerdem spielte die Klasse ein Spiel, in dem sie dem Ursprung scheinbar typisch deutscher Kulturgüter auf den Grund ging und lernte Begrüßungszeremonien aus anderen Ländern kennen.

Der Kurde Ercan Arslan erzählte anhand eines professionellen Podcasts von der Migrationsgeschichte seiner Familie nach Deutschland und kam so mit der Klasse ins Gespräch über die Themen "Migration" und "Heimat". Anschließend nahmen Künstler*innen aus Kolumbien, Russland, Israel und der Türkei die Schüler*innen im Rahmen von Kreativangeboten für einen Tag mit auf eine Reise in ihre Herkunftsländer. So brachten sie der Gruppe ihre individuellen Migrations- und Integrationsgeschichten näher. Einige Schüler*innen bastelten kolumbianische Sorgenpüppchen und lernten in dem Zusammenhang den lateinamerikanischen Brauch kennen, seine Sorgen an diese Puppen abzugeben. Eine andere Gruppe lernte spielerisch russische Vokabeln: Sie bastelte Masken zu Figuren aus dem russischen Märchen "Der Fäustling", in dem es um Freundschaften zwischen Tieren geht, die alle anders sind und trotzdem zusammenhalten. In einer dritten Gruppe setzten wir uns mit der Geschichte "Das verkleidete Ei" nach dem Buch des israelischen Schriftstellers Dan Pagis zum Thema Identität und Selbstbewusstsein auseinander und verkleideten selbst Pappmaché-Eier.

„Es hat großen Spaß gemacht. Ich habe das Gefühl, in meiner Rolle als Migrantin als Vorbild wahrgenommen zu werden“, freute sich die Künstlerin Lina Khesina aus Russland nach der Arbeit mit der Projektklasse. Zum Abschluss nahm KulTourMobil die Klasse mit auf eine kulinarische Entdeckungsreise um die Welt. Dafür brachten die Teilnehmer*innen ihre Lieblingsrezepte von zuhause mit.